Endoprothetik

Prinzipiell ist unser Ziel immer der Erhalt des natürlichen Gelenks. Dennoch kann es sinnvoll sein, das geschädigte Gelenk ganz oder teilweise zu ersetzen. Gründe hierfür können sein:

  • Alter (Verschleiß)
  • (rheumatische) Arthritis
  • (falsche) Belastung
  • Ernährung
  • Körpergewicht
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Unfälle (Autounfall, Arbeitsunfall etc.)
  • und Verletzungen (Sportverletzung, Sturz etc.)

Da es sich bei dem Kniegelenk um ein sehr diffiziles Gelenk handelt, gibt es auch unterschiedliche Arten von Implantaten. Bei Implantaten fürs Kniegelenk unterscheidet man in gekoppelten, teilgekoppelten und ungekoppelten Prothesen. Diese Vielfalt erlaubt Maßnahmen zu ergreifen getreu dem Motto: “So viel wie möglich, nicht mehr als nötig.”

Was für Sie individuell das Richtige ist, ob es überhaupt einer Prothese bedarf, klären wir gerne im Rahmen einer Untersuchung. Dabei klären wir Sie sowohl über die Alternativen als auch die Chancen und Risiken der verschiedenen Maßnahmen auf.

Gelenkersatz

Bei fortgeschrittener Arthrose besteht oft nur noch die Möglichkeit, das Gelenk durch ein Implantat zu ersetzen.

Man unterscheidet zwischen einer Knie-Totalendoprothese (auch TEP genannt, hierbei wird das ganze Gelenk ersetzt) und einer Teilendoprothese bzw. einem Teilgelenkersatz.

Welche Option die beste ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte im Gespräch mit dem Facharzt individuell erörtert werden. Wichtig für die erfolgreiche Therapie einer Kniegelenkarthrose sind unter anderem eine ausführliche Diagnostik und eine auf den Patienten zugeschnittene Behandlung.

Endoptothetik am Sprunggelenk – wie ist der aktuelle Stand zum Verfahren?

Die Sprunggelenksendoprothese ist im Begriff, in den nächsten Jahren eine Standardindikation bei Arthroseveränderungen des oberen Sprunggelenks zu werden. Wir beteiligen uns maßgeblich daran, diese Standards auch international zu etablieren. Mittlerweile zeigt sich auf dem europäischen Markt eine Vielfalt von angebotenen Endoprothesen. Die wesentlichen wissenschaftlich untersuchten Prothesen werden in unserem Zentrum angewendet.

Auf Grund unserer Erfahrung sind wir der Meinung, dass nicht nur eine Prothese für alle Veränderungen bei Sprunggelenksarthrosen eingesetzt werden kann. Von daher wird in unserer Klinik sehr differenziert und individuell unterschieden und entschieden, bei welchem Patienten welche Prothese eingesetzt wird.

Was ist das Besondere an der Talusschulterprothese?

Das Design der Talusschulterprothese zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Kappe hat, nach der der Talus (Sprungbein) zugeschnitten und dann in verschiedene Formen aufgesetzt und fixiert wird. Natürlich bedingt die Implantation einer solchen Prothese, dass eine entsprechende Talusschulter vorhanden ist.

Wann kommt eine Talusschulterprothese nicht infrage?

Es gibt aber eine Reihe von Fällen, in denen auf Grund des Fortschreitens der Arthrose oder durch andere Bedingungen die Talusschulter nicht mehr in ausreichender Form besteht, so dass es in diesem Fall keinen Sinn macht, eine Taluskappenprothese zu implantieren.

Kritischer Aspekt der Anwendung der Prothesen besteht in den Veränderungen des unteren Abschnittes des Unterschenkelknochens (Tibiaplafond). Alle Prothesen, die auf dem Markt sinnvoll erscheinen, werden nicht mehr zementiert implantiert. Deshalb müssen Bedingungen bestehen, die das Einwachsen der Prothese in den Knochen wahrscheinlich erscheinen lassen. Aus unserer Sicht sehen wir gerade bei Zuständen nach schweren Trümmerfrakturen des Unterschenkels mit Knochendefekten (Pilonfrakturen) und schweren Durchblutungsstörungen des Knochens jedweder Art, diese Art von Prothesen als problematisch an. Da wir bezweifeln, dass sich an diesen Stellen ein guter Verbund zwischen Knochen und Prothese ausbilden wird.

Wie gelingt eine Stabilität mithilfe einer Prothese am Sprunggelenk?

Um der tibialen Komponente mehr Festigkeit zu verleihen, gibt es Prothesen, die neben einem flachen Aufliegen auf dem Unterschenkel noch einen Schaft haben, der in den Unterschenkelknochen eingebaut wird und somit eine vermehrte Stabilität gewährleistet. Diese Prothesen sind sicherlich auch bei Defektsituationen am Tibiaplafond sinnvoll, da sie vergleichbar mit der Revisionsknieendoprothetik eine größere mechanische Stabilität gewährleisten.

Was versteht man unter einer Onlay-Prothese?

In diesem Fall sind wir der Meinung, dass ein anderer Prothesentyp in Anwendung kommt, der im Design ein flaches Zuschneiden des Talus vorsieht, um dann in verschiedenen Formen der Verankerung eine Komponente auf den flachen Schnitt aufsetzt. Wir bezeichnen dass als eine Onlay-Prothese.

Wie steht es heut um den Prothesenwechsel am Sprunggelenk?

Mehr Informationen finden Sie dazu im Anschnitt “Wechselprothetik und Revision”.

Haben Sie weitere Fragen?

Sie möchten mehr erfahren oder sind direkt betroffen? Dann wenden Sie sich gerne an unsere Experten Prof. Dr. Becher und Prof. Thermann. Sie helfen Ihnen gerne weiter.

Totalendoprothetik (TEP)

Was versteht man unter einer Totalendoprothetik (kurz: TEP) am Knie?

Unter einer TEP versteht man einen kompletten Oberflächenersatz des Kniegelenkes mit sparsamer Knochenentfernung an Ober- und Unterschenkel. Diese Art der Prothese kommt dann zum Einsatz, wenn sowohl die Innen- als auch die Außenseite des Kniegelenkes stark durch Arthrose zerstört sind. Hier kann eine Schlittenprothese (Teilersatz) nicht mehr helfen.

Die beiden Gelenkpartner des Ober- und Unterschenkels werden dann komplett durch die Totalendoprothese “überkront”. Ziel ist eine weitgehend normale und schmerzfreie Kniefunktion ohne Arthrose-Schmerz.

Welche Materialien kommen dafür in Frage?

Die verwendeten Materialien sind inerte Metalllegierungen, Titan sowie Polyäthylen (Kunststoff), eine Abstoßungsreaktion ist somit praktisch ausgeschlossen. Das Hauptproblem der Überlebensdauer ist der Abrieb der Polyaethylenscheibe, welche in der Form ähnlich der Unterschenkelgelenkfläche je nach Prothesendesign eine mehr oder weniger formschlüssige Verbindung mit der Oberschenkelkomponente bildet. Durch Beugung und Streckung als auch durch Drehbewegung kommt es über Jahre zum langsamen Abreiben des Polyaethylens.

Was sind die Gründe für eine TEP und wie lange hält sie?

Besonders verbliebene Beinachsenfehlstellungen führen zu einem deutlichen einseitigen Abrieb und dadurch im weiteren Verlauf zur Lockerung des Oberflächenersatzes, welche erneute Schmerzen und Funktionsstörungen zur Folge haben. Ein kompletter Kniegelenksersatz kann jedoch in den meisten Fällen 10-20 Jahre sehr gut funktionieren, ohne dass ein Wechsel der Prothese durchgeführt werden muss.

Abb.1 Totalendoprothese, von vorne, Ansicht Modell (links) und Röntgenbild nach Implantation (rechts)


Abb.2: Totalendoprothese seitliche Ansicht Modell (links) und Röntgenbild nach Implantation (rechts)

Teilgelenkersatz

Was spricht für eine Teilprothese am Knie?

Es gibt viele Gründe, warum Patienten mit einem Teilgelenkersatz zufriedener sind: die natürliche Gelenkfunktion bleibt dabei möglichst lange erhalten. Hinzu kommt, dass es sich um einen minimalinvasiven Einsatz handelt, es wird weniger Weichteilgewebe zerstört, Patienten haben weniger Schmerzen und sind schneller wieder mobil. Eine Form des Knie-Teilgelenkersatzes ist die Schlittenprothese. Im medizinischen Kontext wird sie auch unikondyläre tibiofemorale Endoprothetik (UKE) bezeichnet.

Was genau ist eine Schlittenprothese?

Bei der Schlittenprothese (unikondylärer Gelenkersatz) handelt es sich um einen Teilersatz des Kniegelenks. Dabei wird die Oberfläche des betroffenen Gelenkabschnitts durch die Prothese überkront. Da die Operation über einen minimalinvasiven Schnitt durchgeführt wird und die beiden Implantate einzementiert werden, ist der Patient meist nach ein paar Tagen wieder mobil. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Wandern sind bereits nach ein paar Monaten möglich.

Wie wird eine Schlittenprothese eingesetzt?

Bei der Operation werden die beiden zerschlissenen Gelenkpartner an Ober- und Unterschenkel “überkront”, ähnlich wie bei einer Zahnkrone. Da die Operation über einen minimalinvasiven Schnitt durchgeführt wird und die beiden Implantate einzementiert werden, ist der Patient meist nach ein paar Tagen bereits wieder mobil. Vollbelastung und ein freier Bewegungsumfang sind gleich nach der Operation erlaubt.

Es stehen verschiedene Implantate entsprechend der Größe, des Gewichts und des Aktivitätslevels des Patienten zur Auswahl. Vorteil aller Verfahren ist ein geringer Knochenverlust, so dass bei Verschleiß der Prothese ein Wechsel meist deutlich einfacher ist, als z. B. der Wechsel einer Komplettprothese auf eine Zweite.

Welche Voraussetzungen muss man als Patient erfüllen?

Voraussetzung für die Implantation einer Schlittenprothese sind ein intaktes vorderes Kreuzband sowie ein intakter Knorpel und Meniskus im Bereich des unbeschädigten Gelenkanteils. Kontraindikationen sind eine starke Bewegungseinschränkung sowie eine starke Beinachsabweichungen (O-Bein- oder X-Beinstellung).

Da in unserer Klinik seit über 20 Jahren große Erfahrungen mit der Implantation der Schlittenprothese bestehen ist der postoperative Verlauf in der Regel problemlos. Die Operation wird von unseren erfahrenen Kniespezialisten teilweise mehrmals wöchentlich durchgeführt.

Wie steht es heute um den Prothesenwechsel am Kniegelenk?

Mehr Informationen finden Sie dazu im Anschnitt “Wechselprothetik und Revision”.

Haben Sie weitere Fragen?

Sie möchten mehr erfahren oder sind direkt betroffen? Dann wenden Sie sich gerne an unsere Experten Prof. Siebold, Prof. Thorey und Prof. Becher. Sie helfen Ihnen gerne weiter.

Totalendoprothetik (TEP)

Wann sollte man über eine Prothese des Hüftgelenks nachdenken?

Besteht eine Arthrose des Hüftgelenkes mit einer Schädigung des Gelenkknorpels, führt das häufig zu Schmerzen, die bei Belastung oder in Ruhe auftreten und die die Lebensqualität stark einschränken. Sind keine knorpelerhaltenen Maßnahmen mehr möglich (Injektionsbehandlungen, Arthroskopie, etc.), sollte ein endoprothetischer Ersatz des Hüftgelenkes in Erwägung gezogen werden.

Abb.1: Typische Arthrose mit Verlust des Knorpels und Gelenkspaltes (links) Postoperative Bilder nach Hüftprothesenversorgung (mittig, rechts)

Welche operativen Optionen gibt es? 

Aktuell gibt es verschiedene operative Verfahren, beide Gelenkpartner zu ersetzen und eine Schmerzfreiheit und Wiederherstellung der reduzierten Lebensqualität herbei zu führen.Die Hüftendoprothetik ist ein bereits seit Jahren etabliertes Verfahren, um eine fortgeschrittene Hüftgelenkarthrose zu behandeln.

Wie lange hält eine Totalendoprothese?

Seit Jahren werden unzementierte und zementiert Hüftendoprothesen mit sehr gutem Erfolg implantiert, die eine 15-20 jährige Haltbarkeit erwarten lassen, bis ggf. eine Wechseloperation notwendig ist.

Wie lässt sich Hüftarthrose knochensparend behandeln?

In den letzten Jahren haben sich alternative Behandlungskonzepte entwickelt, so dass viele Hüftarthrosen mit knochensparenden Implantaten versorgt werden können. Diese können vielfach über einen minimal-invasiven anterioren/vorderen (AMIS, DAA) oder antero-lateralen Zugang (Schlüssellochtechnik) implantiert werden, so dass die postoperative Mobilisation sehr viel zügiger von statten gehen kann.

Was genau ist ein Kurzschaft-Implantat?

Bei knochensparenden Implantaten handelt es sich um Kurzschaftprothesen, die im Vergleich zu den herkömmlichen Endoprothesen eine geringere Knochenresektion erfordern. Diese knochensparenden Implantate ermöglichen bei zukünftigen Wechseloperationen vielfach die Implantation eines herkömmlichen Implantates, so dass man diese Endoprothesentypen als “Prothese vor der Prothese” ansehen kann.

Abb.2: Möglichkeiten der modernen operativen Versorgung einer Hüftarthrose (links) und zwei Kurzschaftprothesen (mittig, rechts)

Worauf muss man bei Oberflächenersatzprothesen achten?

In den letzten Jahren wird jedoch von der Implantation der Oberflächenersatzprothese abgeraten, das es in vielen Fällen zu starken Abrieb durch die Metall-Metall Gleitpaarung mit Bildung von Metallosen, Pseudotumoren, Hypersensibilitäten und neurologischen Problemen gekommen ist. Daher sollten betroffenen Patienten dringend eine Kontrolle der Metallionen Serum Konzentration und weitere Untersuchungen durchführen lassen, die schwerwiegende Komplikationen frühzeitig erkennen. Wir führen in unserem Zentrum eine derartige Screening-Untersuchung bei betroffenen Patienten durch.

Wie lange dauert die Renegeration nach einem operativen Eingriff?

Die Patienten werden nach der Versorgung mit einer Endoprothese direkt nach dem operativen Eingriff mit einer Vollbelastung des betroffenen Gelenkes mobilisiert und nach wenigen Tagen in die Weiterbehandlung entlassen. Diese geschieht seit einiger Zeit bei vielen Patienten mit einem Fast Recovery, Rapid Recovery bzw. Fast Track Verfahren, so dass durch eine schnelle Rückkehr zur normalen Aktivität erreicht werden kann. Ebenfalls kann dadurch der Krankenhausaufenthalt auf wenige Tage reduziert werden.

Teilprothese (HemiCAP)

Wann kommt eine Teilprothese in Frage?

In speziellen Fällen mit umschriebenen Knorpeldefekten des Hüftkopfes kann heutzutage eine Teilüberkronung mit einer HemiCAP durchgeführt werden, die nur den betroffenen Defekt deckt und anschließend wieder eine volle Aktivität erlaubt.

Voraussetzung für einen solchen Eingriff ist eine genaue Diagnostik mittels Röntgen und MRT, so dass die Ausmaße des Knorpelschaden beurteilt werden können.

Abb.3: Versorgung eines lokalen Defekts mit einer knochensparenden HemiCAP Prothese

Was ist das Besondere an der Teilprothese?

Diese können ebenfalls über minimal-invasive Techniken implantiert werden, so dass die Patienten nach wenigen Tage wieder aus der stationären Behandlung entlassen werden können. Die Patienten werden nach der Versorgung mit einer Teilprothese direkt nach dem operativen Eingriff mit einer Vollbelastung des betroffenen Gelenkes mobilisiert und nach wenigen Tagen in die Weiterbehandlung entlassen.

Wie steht es heut um den Prothesenwechsel am Hüftgelenk?

Mehr Informationen finden Sie dazu im Anschnitt “Wechselprothetik und Revision”.

Haben Sie weitere Fragen?

Sie möchten mehr erfahren oder sind direkt betroffen? Dann wenden Sie sich gerne an unseren Experten Prof. Thorey. Er hilft Ihnen gerne weiter.