“Meine Erfahrung nach der Knie-OP”

Ein halbes Jahr ist es nun her, als sich Professor Hajo Thermann, ärztlicher Direktor der ATOS Klinik Heidelberg einer beidseitigen Knie-OP unterzog. Er hat beide Kniegelenke durch Implantate ersetzen lassen. Die OP führte sein Kollege und der erfahrene Kniespezialist Professor Christoph Becher durch.

Professor Thermann ist selbst seit Jahrzehnten als Chirurg am Internationalen Zentrum für Orthopädie (ehemals HKF) tätig und hat zahlreiche Gelenke erfolgreich ausgetauscht. Nun plagte auch ihn ein kontinuierlicher Knieschmerz auf beiden Seiten, der sich vor allem bei Belastung immer mehr bemerkbar machte. Natürlich griff der sportliche und im Alltag aktive Arzt zunächst auf konservative Methoden zurück, bis er sich schließlich für einen operativen Eingriff entschied. 

Als Experte der Knie-Endoprothetik wusste er natürlich genau, was auf ihn zukommt:

  • Auf der linken Seite (Abb. 1) setzte Professor Becher eine computernavigierte Schlittenprothese (MAKO Smart Robotics®) ein – das ist eine unikondyläre Teilprothese, die nur den Abschnitt der geschädigten Knorpelfläche ersetzt und das Kreuzband auf diese Weise erhält.
  • Für die rechte Seite (Abb. 2) entschied man sich für eine Individualprothese. Darunter versteht man ein durch die Computertomografie erstelltes, individuelles „Custom made“-Implantat, welches das native Gelenk genauestens nachbildet und ersetzt. Auf diese Weise bleibt der das Gelenk umgebene Weichteilmantel (Muskeln, Sehnen, Bänder) weitestgehend in der ursprünglichen Spannung und Funktion.

Schmerzen und Training nach der OP

An die ersten Tage nach der OP kann sich Professor Thermann noch sehr gut erinnern: 

„Natürlich war der operative Eingriff an gleich zwei Gelenken mit erheblichen Schmerzen verbunden. Auch die anfängliche Mobilisation direkt nach der OP war schmerzhaft, da ich aufgrund von Veränderungen der Leberwerte durch die Narkose keine Opiade (Schmerzmittel) nehmen durfte. Die OP verlief gut, und so wusste ich, dass es jetzt bergauf geht und die Schmerzen nachlassen werden.

Prof. Thermann im Gespräch (2022)

Sicherlich trug der anschließende Reha-Aufenthalt im Medical Park in Bad Wiessee (Bayern, Nähe Bad Tölz) ebenfalls dazu bei, dass Professor Thermann schnell wieder auf die Beine kam. „Die Rehabilitation war perfekt“ erinnert er sich, „ich arbeite schon seit 20 Jahren mit der Klinik zusammen und konnte durch eine sehr gute, professionelle Betreuung schnelle und signifikante Verbesserungen erzielen“

Acht Wochen später, zurück an die Arbeit 

Back to Work. Professor Thermann mit seinem Operateur und Kollegen Prof. Becher.

Immerhin: nach nur zwei Tagen wagte Professor Thermann ein paar Schritte zu laufen und führte vorsichtig Stabilisationsübungen durch. Nach einer Woche war es dann möglich, eigenständig ins Bad zu gehe oder auch Mal ein paar Treppen zu steigen. 

„In der Reha erhielt ich eine sehr aktive, mehrstündige physiotherapeutische Behandlung, sodass ich nach nur acht Wochen schon wieder als Arzt arbeiten konnte“. 

Prof. Thermann im Gespräch (2022)

Und das tat er auch, allerdings anfangs auch noch unter Schmerzen, die vor allem abends auftraten. Durch das eigenständige, intensives Beintraining, wie Stretch-Übungen und Gangschulung konnte er die Schmerzen immer weiter reduzieren und seine Beweglichkeit kontinuierlich verbessern. Und auch die Nutzung der vibrierenden Faszienrolle half ihm sehr. „Endlich wieder Golf spielen!“ darauf freute sich Professor Thermann nach 11 Wochen besonders. 

War die OP eine gute Entscheidung? 

Rückblickend war die OP an beiden Kniegelenken eine sehr gute Entscheidung! „Ich kann all das machen, was ich auch vor der OP konnte, allerdings schmerzfrei und deshalb ausdauernder. Das bemerke ich vor allem beim Radfahren oder Golfspiel. Das nächste, was ich angehen möchte ist Skifahren. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit und ich möchte mich sicher genug fühlen und kein Risiko eingehen.“ Jetzt heißt es vor allem, fit werden und fit bleiben. Das schafft der Facharzt für Orthopädie weiterhin mit 4-5 mal die Woche Golfspielen und Krafttraining. 

„Jetzt, wo das Wetter so gut ist, werde ich auch zur Arbeit radeln.“ 

Prof. Thermann im Gespräch (2022)

Das sind immerhin 20 Kilometer am Tag, dafür aber eine großartige Strecke direkt am Neckar. 

Persönliches Fazit und Tipps für Betroffene

Ein Kniegelenk-Ersatz ist immer eine individuelle Entscheidung. Wie schnell man wieder voll genesen ist, hängt einerseits vom persönlichen Ausgangsniveau ab und andererseits auch von den eigenen Zielen. Darauf ist eine gute Reha-Klinik eingestellt. Die Rehabilitation geschieht aber nicht passiv, sondern erfordert viel Eigeninitiative und auch intensives Training, das einen schon mal an seine Grenzen stoßen lässt. Die Maßnahmen sind für die Mobilität jedoch erforderlich. Selbst Monate später muss man stets an sich arbeiten und im Training bleiben. 

“Mental Wellness ist besonders wichtig!”

Die Wiedererlangung körperlicher Fähigkeiten nach einer Knieprothese hat auch viel mit der persönlichen seelischen Integrität zu tun, insbesondere im Alter. Professor Thermann spricht da gerne von „mentaler Wellness“, die dazu beitragen kann, dass man die OP und die Zeit danach gut übersteht und wieder mit seinem Leben zufrieden ist. Wie heißt es so schön, sagt Professor Thermann: „Life is motion, motion is life“ – Bewegung ist die Grundlage des Lebens und sollte auch stets unser Ziel sein.  

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