Behandlung des Schultergelenks

Das Internationale Zentrum für Orthopädie hat sich auf die Behandlung des Schultergelenks spezialisiert. Die Schulter zählt aufgrund ihrer anatomischen Struktur zu den beweglichsten Gelenken des menschlichen Körpers. Der große Bewegungsradius ist deshalb möglich, weil das Schultergelenk über kein festes knörchernes Gerüst verfügt, sondern von zahlreichen Muskeln, Sehnen, Bändern und Kapseln unterstützt und stabilisert wird.

Erfahren Sie im folgenden, wie sich eine Schulterverletzung bzw. -erkrankung zeigt. Auf welche Symptome muss man achten und wann geht man am besten zum Facharzt? Erfahren Sie außerdem, welche Therapiemöglichkeiten heute zur Verfügung stehen und wie die Reha im Anschluss aussehen kan

Zu den typischen Schulterverletzungen und -erkrankungen zählen

Was ist ein Engpass-Syndrom der Schulter?

Beim Engpass-Syndrom der Schulter handelt es sich um eine anatomische Enge unter dem Schulterdach (Acromion) mit häufiger begleitender Entzündung eines Schleimbeutels (Bursitis subacromialis). Der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach wird von den Sehnen der Rotatorenmanschette durchkreuzt. Durch die Engführung entsteht mechanisch eine Reibung bis hin zur Quetschung der Sehnen, etwa beim Anheben oder Rotieren des Armes. Häufig ist eine spornartige Ausziehung am unteren vorderen Rand des Schulterdachknochens/Acromion dafür verantwortlich. Durch die sogenannte Impingementsituation, welche die entstehende Enge herbeiführt, kommt es häufig zu einer Entzündung mit Nachtschmerz und im Verlauf auch zu einer Bewegungseinschränkung. Bei länger andauerndem Schulterengpasssyndrom können die Rotatorenmanschettensehnen – insbesondere die Supraspinatussehne – mechanisch geschädigt werden und auch reißen.

Wie wird ein Schulter-Impingement diagnostiziert?

Zur Diagnostik des Imgingements der Schulter wird neben der Anamnese und einer klinischen Untersuchung auch ein Ultraschall und / oder eine Kernspintomographie durchgeführt. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann das Beschwerdeausmaß zeitweise durch eine Spritzenbehandlung (mittels einer Injektion) unter das Schulterdach gelindert werden.

Wie kann man ein Schulter-Impingement behandeln?

Therapeutisch wird daher eine Arthroskopie / minimal-invasive Operation empfohlen. Dabei wird zum einen das entzündete Gewebe (Schleimbeutel) entfernt, als auch der knöcherne Engpass. Der knöcherne Sporn wird mittels einer Knochenfräse beseitigt. Falls erforderlich, kann zusätzlich eine Sehnennaht durchgeführt werden, wenn bereits eine entsprechende Schädigung eingetreten ist.

Was ist eine AC-Gelenkarthrose?

Bei der AC-Gelenksarthrose handelt es sich um eine schmerzhafte Gelenkschwellung des sogenannten Schultereckgelenkes. Hier kommt es im Laufe der Zeit zu einer Knorpelminderung und damit – ähnlich wie beim Hüft- oder Kniegelenk – zu einer Arthrose. Die damit herbeigeführte Reibung zweier schutzloser Knochen führt zu Schmerzen. Begleitend bilden sich neben der Gelenkschwellung häufig auch Knochensporne, sogenannte Osteopyhten. Diese sind teilweise bereits inspektorisch zu erkennen, sofern sie nach oben in Richtung Hautmantel wachsen. Häufig kommt es jedoch zu nasenartigen Spornbildungen nach unten in Richtung Rotatorenmanschettensehnen, sodass hier ebenfalls ein Engpasssyndrom/Impingement entsteht.

Wie kann man eine AC-Gelenkarthrose behandeln?

Therapeutisch kann hier über eine Arthroskopie / Schlüssellochoperation eine Abtragung der knöchernen Sporne erfolgen. Zusätzlich wird – je nach Ausprägung der Arthrose – eine Abtragung des außenseitigen gelenkbildenden Anteiles des Schlüsselbeins durchgeführt.

Was ist eine Schultereckgelenksprengung?
Bei der Schultereckgelenksprengung (kurz: AC- bzw. ACG-Sprengung, AC-Gelenksluxation) handelt es sich um eine Zerrung bzw. Verstauchung des Schultergelenks und der Bänder im Bereich des Schultergürtels.
Man spricht auch von einer Schultergelenksverrenkung, die insbesondere von außen (etwa durch einen Unfall, einen Sturz und andere äußere Einwirkungen) herbeigeführt wird. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Sportverletzung. Dabei kommt es zu einer unterschiedlich starken Schädigung des Kapsel- und Bandapparates, die mithilfe einer ärztlichen Diagnose klassifiziert und entsprechend therapiert werden kann.
Wofür steht die Abkürzung ACG?
ACG ist die Abkürzung für Acrominoclaviculargelenk, dass das Schlüsselbein (Clavicula) mt dem Schulterdach (Akromion) zusammenhält.
Was sind die typischen Symptome?
Dazu gehören akute Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und Verwölbungen an der betroffenen Stelle. Oft wird auch eine Schonhaltung eingenommen, da die Schulter nicht mehr vollständig bewegt und nicht weiter belastet werden kann. Typisch ist auch das sogenannte „Klaviertastenphänomen“: Wird das höherstehende Schlüsselbein nach unten gedrückt, federt es wieder beim Loslassen automatisch wieder nach oben ab. Auf diese Weise lässt sich die Schultereckgelenksprengung oft schon mit bloßem Auge erkennen. Eine ärztliche Diagnose gibt weiter Aufschluss über den Schweregrad der Verletzung.
Wie genau läuft die Diagnose?
Ob es sich um eine einfache Zerrung, einen Einriss oder im schlimmsten Fall um eine komplette Ablösung der akromioklavikularen Bänder handelt, wird durch verschiedene medizinische Untersuchungen festgestellt. Neben der physischen Untersuchung (u.a. Prüfung von Druckschmerzen, Funktionseinschränkungen oder einer Fehlstellung), helfen Röntgenaufnahmen, eine genauere Diagnose zu stellen.
Welche Therapieoptionen gibt es?
Entsprechend werden die Therapiemöglichkeiten (konservativ/ operativ) danach ausgerichtet. Eine leichte Sprengung kann bereits mit der Ruhigstellung der Schulter behoben werden. Zusätzlich können Physio- oder Kältetherapie den Heilungsvorgang unterstützen. Sollte es sich allerdings um einen ernsthaften Bänderriss handeln, wird eine Operation zur Stabilisierung notwendig sein.
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Was ist eine Rotatorenmanschette?

Mehrere Muskeln und Sehnen bilden die Rotatorenmanschette, welche das komplette Schultergelenk stabilisieren und für entsprechende Beweglichkeit des Armes sorgen.

Wie kann man einen Sehnenabriss bestmöglich behandeln?

Falls es zu einem Sehnenriss der sogenannten Rotatorenmanschette im Bereich der Schulter kommt, etwa herbeigeführt durch einen Unfall oder auch aufgrund eines Verschleißes, können diese innerhalb der ersten drei Monate im Rahmen einer Arthroskopie und mithilfe eines speziellen Nahtankersystems wieder refixiert werden. Anschließend ist eine Ruhigstellung in einem Schulterabduktionskissen erforderlich. Des Weiteren wird im Rahmen einer krankengymnastischen Übungstherapie die Beweglichkeit wieder hergestellt.

Was ist das besondere am Bizeps (brachii)?

Der Bizeps ist der zweiköpfige Muskel im Oberarm (auch Armbeuger bezeuchnet), der für die Flexion des Unterarms verantwortlich ist. Beide Sehnen unterscheiden sich in ihrer Länge und haben ihren Ursprung am Ellenbogengelenk. Reißt einer der Sehnen, spricht man von einem Bizepssehnenriss bzw. -ruptur.

Welche Therapie ist bei einer Bizepsruptur sinnvoll?

Bei Verletzungen der Bizepssehne, die im Schultergelenk an der sogenannten Gelenklippe verankert ist, sind je nach Verletzungsart unterschiedliche Therapien möglich. Jüngeren Patienten, die insgesamt sportlich aktiv sind, wird eine Ablösung vom Bizepssehnenanker bei entsprechend vorliegender Slap-Läsion empfohlen. Die abgetrennte Bizepssehne wird dann weiter außen im sogenannten Sulcus bicipitalis und mittels eines speziellen Ankersystems refixiert und auf diese Weise die Funktion wieder hergestellt.

Durch die Besonderheit, dass der Bizepssehnenmuskel im Schulterbereich zwei Sehnenansätze hat, wird bei älteren Patienten eine Ablösung der langen Bizepssehne am Anker ohne Wiederbefestigung empfohlen. Die Sehne rutscht dann aus dem Gelenk und ist hier nicht mehr weiter störend bzw. führt durch eine Instabilität nicht mehr zu Beschwerden. Sie verwächst dann im Sulcus bicipitalis und die Anspannungsfunktion ist durch die weiterhin vorhandene kurze Bizepssehne gewährleistet.

Wie erkennt man eine Instabilität der Schulter?

Eine Schulterinstabilität kann angeboren (habituell) sein oder auch durch einen Unfall mit Auskugelung des Oberarmkopfes aus der Pfanne (traumatisch) herbeigeführt werden. Es kommt dabei häufig zu Verletzungen des sogenannten Labrums.

Was ist bei der Diagnose wichtig?

Hier müssen im Einzelfall Verletzungsfolgen objektiviert werden, etwa durch eine Sonographie (Ultraschall) und eine Kernspintomographie.

Welcher Therapieansatz ist empfehlenswert?

Bei jungen sportlich aktiven Patienten wird bei nachgewiesener Labrumverletzung oder Begleitverletzungen der Rotatorenmanschette eine operative Stabilisierung empfohlen. Bei älteren Patienten kann bei der traumatischen Erstluxation zunächst konservativ ohne OP vorgegangen werden. Jedoch wird bei erneutem Luxationsereignis auch hier eine operative Stabilisierung, arthroskopisch durchgeführt, empfohlen. Bei den habituellen Schulterinstabilitäten muss individuell eine entsprechende Therapie in Abhängigkeit von der vorliegenden Ausprägung des Befundes eingeleitet werden.

Was versteht man unter einer Schulterfraktur?

Der Begriff Fraktur steht für Bruch und meint einen Knochenbruch. Dabei unterscheidet man verschiedene Formen der Fraktur. Der Knochen kann teilweise oder komplett gebrochen sein. Meist sind äußere Einwirkungen die Ursache, etwa ein Sturz oder Stoß.

Wie sieht die konservative/ operative Behandlungen aus?

Bei Frakturen des Oberarmkopfes oder des Schlüsselbeins wird in Abhängigkeit von der Verschiebung der knöchernen Anteile je nach Fall entweder eine nicht operative, d.h. eine konservative oder operative Therapie eingeleitet. Hierfür ist neben der Röntgenuntersuchung oft auch eine computertomographische Abklärung der Situation erforderlich, um die entsprechende und individuell auf den Patienten abgestimmte Therapie anzubieten.

Was versteht man unter Schultersteife bzw. Frozen Shoulder?

Bei der Schultersteife handelt es sich um eine Erkrankung, die in drei Stadien abläuft. 1) Zunächst kommt es zu einer Entzündung in der Schulter. 2) Im weiteren Verlauf bemerkt der Betroffene eine zunehmende Einschränkung der Bewegung (deshlab auch „einfrieren“ genannt). 3) Durch eine entsprechende Therapie kann im weiteren Verlauf zu einem Abklingen der Entzündung und Verbesserung der Beweglichkeit („Beginn Abtauen“) beigetragen werden.

Welche Symptome haben die Betroffenen?

Oft leiden die Betroffenen unter dauerhaften Schmerzen, die auch nachts eintreten und den Schlaf stören. Entsprechend positionieren sich die Betroffenen auf einer Seite, was die Schulter zusätzlich belastet. Bildgebene Verfahren wie Sonographie (Ultraschall), Röntgenaufnahmen und Magnetresonanztomographie sind daher zur Abklärung notwendig.

Außerdem bewegen die Patienten den Arm aufgrund der starken Schmerzen kaum noch, sodass es zu einer zunehmenden Schrumpfung der Kapsel kommt und eine Schultersteife einsetzt.

Welche Behandungsmöglichkeiten gibt es?

Initial ist eine frühzeitige Behandlung mit entzündungshemmenden Wirkstoffen und häufig auch mittels Cortison (in Form einer Spritze oder medikamentös) notwendig. Erst wenn die akute Schmerzsymptomatik abgeklungen ist, ist eine krankengymnastische Übungsbehandlung sinnvoll.

Gegebenenfalls kann auch eine Operation bei einer Frozen shoulder helfen. Hierbei wird über eine Arthroskopie in Schlüssellochtechnik entzündetes Gewebe entfernt und auch Verwachsungen gelöst. Jeder Narkose folgt eine Narkosemobilisation, die eine intensive Krankengymnastik nach sich ziehen kann.

Wovon hängt die Therapie ab?

Um den Schweregrad der Schulterverletzung richtig zu bestimmen, wird eine Klassifikation (nach Tossy/ Rockwood) vorgenommen. Die Zuteilung bestimmt dann die entsprechend passende Therapie, die bei der Verletzung notwendig ist. Man unterscheidet in folgende drei Typen:

Tossy/ Rockwood I – Das AC-Gelenk ist gestaucht, die Kapsel überdehnt. Die Knochen und insbesondere das Schlüsselbein verschieben sich nicht bei Belastung. Hierbei wird eine konservative Therapie herangezogen.

Tossy/ Rockwood II – Es handelt sich um eine Teilruptur der Gelenkkapsel und der akromioklavikularen Bänder. Auch in diesem Stadium kann konservativ behandelt werden.

Tossy/ Rockwood III – Komplette Kapsel- und Bänderruptur mit horizontaler und vertikaler Instabilität. Da die sogenannten korakoklavikulären Bänder vollständig gerissen sind, steht das Schlüsselbein deutlich höher gegenüber dem Akromion (Schulterdach). Die erfolgreiche Behandlung kann nur operativ erfolgen.

Von einer Kalkschulter (Tendinitis calcarea) spricht man, wenn sich ein Kalkdepot in der Sehne (Ansatz in der Rotatorenmanschette) am Oberarm ablagert. Oft handelt es sich um einen schleichenden Prozess, den man in mehrere Phasen einteilen kann:

  • Zellumwandlung – hierbei wandelt sich das Sehnengewebe zu sogenannten Faserknorpel um, die allerdings noch meine Schmerzen hervorrufen
  • Verkalkung – da der Knorpel teilweise abstirbt, bildet sich Kalk ab. Mittels Bildgebung lässt sich dieser bereits erkennen. Es kommt zur Verengung im Akromion (Schulterdach), sodass die Sehne immer stärker gereizt wird.
  • Resorption – es folgt eine Entzündungsreaktion der Sehnen und des Schleimbeutels (Bursitis) aufgrund einer Resorption, die nun für starke Schmerzen im Oberarm sorgt.

Die Ursache für eine Tendinitis ist nicht bekannt. Vor allem Frauen im mittleren Alter sind betroffen und die Kalkschulter äußert sich durch einen stechenden Schmerz, der sich im Liegen noch weiter verschlimmert. Auch das Heben des Armes wird zunehmend problematisch bis gar nicht mehr möglich und in manchen Fällen ist eine Verdickung der Sehne spürbar.

Mithilfe von bildgebenden Verfahren lässt sich eine Kalkschulter diagnostizieren und von anderen möglichen Erkrankungen wie Arthrose oder einer Sehnenruptur abgrenzen. Eine Kalkschulter lässt sich sowohl konservativ als auch operativ behandeln. Zu den konservativen Behandlungsmethoden zählen etwa lokal gesetzte Injektionen und physiotherapeutische Übungen.

Zeigt sich nach längerer Anwendung keine Besserung, wird zu einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) geraten. Mithilfe minimal-invasiver Chirurgie können Kalkdepots umfangreich, gelenk- und gewebeschonend beseitigt werden. Diese Therapie ermöglicht eine Rückkehr zum gewohnten aktiven Alltag in nur wenigen Wochen. Eine Ruhigstellung des Armes ist nicht notwendig, im Gegenteil: die Physiotherapie führt zu einer schnelleren Genesung.