Patientenstory: “Vier neue Gelenke und ein Zwischenfall”

Volker S. wurde vor etwas mehr als 3 Jahren bei uns am Internationalen Zentrum für Orthopädie in der ATOS Klinik Heidelberg operiert. Dabei wurde nicht nur ein künstliches Gelenk implantiert, sondern gleich vier. Der ehemalige Lehrer und Leistungssportler ließ sich sowohl die beiden Kniegelenke bei Professor Becher als auch die beiden Hüftgelenke bei Professor Thorey komplett ersetzen. Kurz darauf dann ein Schicksalsschlag – der ihn aber nicht dabei hinderte, bald schon wieder mit seinem Wohnmobil auf Tour zu gehen. Aber lesen Sie selbst:   

„Aufgrund der Schmerzen wurde mir übel und schwarz vor Augen!“

Bedingt durch die frühere Sporttätigkeit (Leichtathletik, Speerwurf) hatte Volker S. häufig Kontakt mit Orthopäden, die ihm erklärten, dass er (wie die meisten Leistungssportler) eines Tages Probleme mit den Knien und der Hüfte bekommen könnte. Die Beschwerden kamen 2013 auf und wurden mit den Jahren immer schlimmer. Fünf Jahre später konnte Volker S. nur mit Mühe und nur mit Gehhilfe laufen, kurze Zeit später schob ihn seine Ehefrau im Rollstuhl. „Aufgrund der Schmerzen wurde mir beim Versuch zu gehen häufig übel und sogar schwarz vor den Augen“ erinnert sich der ehemalige Lehrer.

Erste Adresse ATOS Klinik

Orthopäden und Sportfreunde, die bereits Operationen hinter sich hatten, nannten Volker S. die ATOS Klinik Heidelberg als erste Adresse. „Bald hatte ich über das Internet Kontakt mit Professor Becher aufgenommen“. Die Diagnose lautete: fortgeschrittene Arthrose beidseitig mit völliger Aufhebung des medialen Gelenkspaltes und osteophytären Anbauten an allen Komponenten. Kurzgesagt: Beide Knie waren so angegriffen, dass nur eine OP helfen würde. Gesagt, getan. Allerdings musste ihn seine Frau zur Nachuntersuchung (und nach einer REHA) erneut mit dem Rollstuhl in die Klinik bringen.

Auf dem preoperativen Röntgenbild (links) des rechten und linkes Knies ist deutlich zu erkennen, dass der Gelenkspalt aufgrund von Arthrose (Gelenkverschleiß) kaum noch vorhanden ist und die Knochen aufeinanderreiben. Die zweite Abbildung (rechts) zeigt die erfolgreiche Implantation der Knie-Totelendoprothese links und rechts.

Mit den Knien war alles in Ordnung, aber die Hüfte machte das Laufen unmöglich

Die neuen Kniegelenke funktionierten einwandfrei, nur die Hüfte bereitete Probleme. Hierfür nahm Volker S. Kontakt zum Kollegen Professor Thorey auf, der ihm fünf Monate später zwei neue Hüftgelenke implantierte. Volker S. erinnert sich: „Ausschlaggebend für die Entscheidung dieser OPs waren die starken Schmerzen und Behinderungen, die es mir nicht erlaubten, mein Leben in gewohnter Weise fortzuführen. Die Entscheidung für beide Operationen fiel mir leicht. Bei den Ärzten Professor Becher und Professor Thorey fühlte ich mich mit meinem Problem gut aufgehoben.“

Ängste und Sorgen vor dem Eingriff?

Natürlich fühlt es sich vor jeder Operation seltsam an. Aber Angst hatte Volker S. keine. Er empfand eher eine Art Vorfreude, dass die Schmerzen bald verschwunden sind. Bei seiner manchmal „sehr pragmatischen Einstellung“ konnte seine Frau oft nur den Kopf schütteln. Immerhin besteht ein kleines Risiko, dass eine Operation misslingt oder sogar zu Tode führt. Das Ehepaar erinnert sich: „Ein befreundeter Speerwerfer und Olympiateilnehmer starb 2019 bei einem eigentlich unkomplizierten Eingriff an der Hüfte“. Innerlich war Volker S. immer der festen Überzeugung, dass alles klappen wird. „Ich schlafe ein und wenn ich aufwache, ist alles in Ordnung. Falls nicht, hätte ich wenigstens einen angenehmen Tod“, schmunzelt er.  


Sind Hüftoperationen gefährlich?

Die Komplikationsrate beim Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks ist heutzutage aufgrund der verbesserten chirurgischen Behandlungstechniken sehr niedrig. Der Erfolg einer Operation hängt oft vom Alter des Patienten ab, von der Narkose-Dosierung, der postoperativen Versorgungsqualität und von der Operationstechnik. Am schonendsten sind minimal-invasive Eingriffe. Sie verkürzen auch den Klinikaufenthalt des Patienten, was die Genesung beschleunigt.


Die preoperative Röntgenaufnahmen (links) der beiden Hüftgelenke zeigen einen verschmälerten bzw. nicht mehr sichtbaren Gelenkspalt aufgrund des Knorpelverschleißes. Auf der zweiten Abbildung (rechts) siehr man die erfolgreiche Implantation des künstlichen Hüftgelenkersatze links und rechts.

Gleich zwei Träume erfüllen

Da der ehemalige Lehrer bereits seine Pension bezog, hatte er einen einfachen Alltag und konnte sich so voll und ganz auf die Genesung konzentrieren. Nach der Knie-OP absolvierte er eine 5-wöchige Rehabilitation in Bad Rappenau. „Aufgrund der defekten Hüften konnte ich noch nicht wieder Autofahren!“ Das sollte sich nach Einsatz der Hüftprothesen ändern. Es dauert weitere drei Monate, bis er schließlich ohne Gehilfen, und vor allen Dingen ohne Schmerzen laufen konnte. „Das war für mich ein Traum!“ Er setzte sich in sein 7,5 Tonnen schweres LKW-Wohnmobil und konnte endlich einen weiteren Lebenstraum in Angriff nehmen: gemeinsam mit seiner Frau den Norden Europas erkunden.  

Was lief besonders gut und was leider schlecht?

Das gesamte Team der ATOS Klinik Heidelberg leistete gute Arbeit. Ein wichtiger Faktor der Genesung war auch, dass seine Frau einst Physiotherapeutin mit eigener Praxis war und Sportverletzungen betreute. Sie stand ihrem Mann während des gesamten Reha-Aufenthalts mit praktischen Bewegungs- und Kraftübungen, Massagen und Lymphdrainagen zur Seite. Dies beschleunigte die Genesung enorm.

Da es eher selten vorkommt, dass beidseitig operiert wird, musste Volker S. leider die Erfahrung machen, dass in der Reha-Klinik immer nur ein Bein behandelt werden konnte und viele Übungen eine gesunde Seite voraussetzten. „Das war etwas ärgerlich!“ Bei seinem zweiten Aufenthalt – schließlich kam er erneut mit zwei operierten Seiten – konnte dieses Problem im Vorfeld und mithilfe der ATOS Klinik geklärt werden.

Erneut ins Krankenhaus – überraschende Diagnose  

Kurze Zeit später wurde bei Volker S. plötzlich Blut im Urin festgestellt. Die Diagnose lautete Blasenkrebs. Der Rentner unterzog sich sofort einer Chemotherapie, insgesamt sieben Operationen, ließ sich die Blase und Prostata entfernen und verbrachte noch einmal fünf Wochen im Krankenhaus. Eine Neoblase – aus dem eigenen Dünndarm – ersetzt die Harnblase künstlich und erhält dadurch die Lebensqualität. Der lange Klinikaufenthalt verlangte einiges vom ehemaligen Leistungssportler ab. Er musste sogar das Gehen neu erlernen. 

Fast ein Jahr und zahlreiche Untersuchungen später, ging es endlich wieder bergauf. Es gab keine Anzeichen mehr von Krebs. „Die vierfache Gelenkoperation zuvor war im Vergleich zu dieser Phase nichts hingegen und ich bin froh, alles gut überstanden zu haben!“  

„Nach ein bis drei Stunden lege ich ein Päuschen ein und genieße jede Sekunde des Lebens!“    

Endlich erkundet das Ehepaar wieder ihr geliebtes Skandinavien. Aktuell sind sie in Nordnorwegen (östlich vom Nordkap) unterwegs, aber bewegen sich langsam südwärts, da hier schon Ende August die ersten Schneeflocken fallen. „Wir angeln die edelsten Fische und hatten sogar schon die riesige Königskrabbe am Haken.“ Erzählt Volker S. begeistert. Seine zweite Leidenschaft ist das Fotografieren seltener Motive, was wunderbar – und dank der neuen Gelenke – umsetzbar ist. Nur das Felsenklettern oder wilde Pfade erkunden, ist ihm zu gefährlich. „Nach ein bis drei Stunden lege ich ein Päuschen ein und genieße jede Sekunde des Lebens!“.

Das Fotografieren seltener Motive ist eine große Leidenschaften von Volker S. und in Skandinavien findet er die schönsten Motive. © Volker S. mit freundlicher Genehmigung.

Sie haben noch Fragen an die Experten oder wollen direkt Kontakt aufnehmen? Sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Das könnte Sie auch interessieren: