Häufig gestellte Fragen zu Erkrankungen am Fuß

Füße schmerzen immer wieder. Woran kann das liegen? Was ist die Ursache und wann sollte man zum Arzt gehen? Solche und ähnliche Fragen erreichen uns täglich. Wir haben diese Fragen für Sie gesammelt und beantwortet! Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Fragen rund um das Thema Fußschmerzen und -erkrankungen. Vermissen Sie ein bestimmtes Thema oder ist Ihnen noch etwas unklar, dann kontaktieren Sie uns einfach. Gerne helfen wir Ihnen weiter.

Was gibt es für Fußerkrankungen? Welche sind die häufigsten?

Es gibt zahlreiche Erkrankungen am Fuß. Zu den häufigsten zählen der Hallux valgus (Zehendeformität), der Hallux rigidus („steife Großzehe“ mit Arthrose im Großzehengrundgelenk), Fersensporn, Knick-Senk-Spreiz-Fuß aber auch die Fehlstellung der Kleinzehe (auch „Hammerzehe“ oder „Krallenzehe“ bezeichnet). Außerdem kommt es häufig zu Sprunggelenksverletzungen oder zu Problemen an der Achillessehne. Auch Frakturen (Brüche) zählen zu den häufigsten Verletzungen am Fuß. Immerhin besteht das menschliche Fußskelett aus 26 Knochen. Es handelt sich um eine äußerst komplexe Struktur. Auf dieser Seite finden Sie weitere Erkrankungen, die wir am Internationalen Zentrum für Orthopädie behandeln:

Woher kommen Schmerzen an der Fußsohle?

Schmerzen in der Fußsohle sind häufig auf eine Entzündung in der Sehnenplatte zurückzuführen, die etwa durch eine Fehl- oder Überbelastung hervorgerufen wird. Die Schmerzen ziehen sich häufig bis in die Ferse und Fußsohle. Im medizinischen Kontext spricht man von einer Plantarfasziitis. Wärme- und Kälteeinwirkungen, aber auch Dehnübungen, Massagen und teilweise auch der Wechsel des Schuhwerks können den Schmerz lindern. Dennoch kann eine Plantarfasziitis chronisch werden, und bis zu zwei Jahre anhalten. Die Behandlung von derartigen Schmerzen mittels Stoßwellentherapie (ESWT) ist durchaus sinnvoll. Die dabei freigesetzten Ultraschallwellen durchdringen das Gewebe, lockern Verspannungen und regen den Heilungsprozess an.

Warum tut mein Fuß beim Auftreten weh? Was können diese Schmerzen bedeuten?

Oft gehen plötzliche Schmerzen bei Auftreten mit Überlastung des Fußes einher. Aktive Sportler, insbesondere Läufer sind häufiger betroffen. Man spricht auch von einem „Ermüdungsbruch“. Es kann eine Fraktur eines Knochens vorliegen, oder lediglich nur ein großer Druck auf den Knochen einwirkt, der die Schmerzen verursacht. Auch Schwellungen, Überwärmung oder Rötungen sind ein klares Zeichen, dass der Fuß stark überlastet ist. Wird dieses Problem ignoriert bzw. dieser Schmerz nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu Ödemen (Wassereinlagerungen) und ernsthaften Knochenschädigungen kommen. Wichtig ist zu verstehen, was die Ursache für den Schmerz ist, damit die richtige Diagnose gestellt werden kann. Denn der Schmerz kann viele Ursachen haben. Man sollte ihn ernst nehmen und vorsichtshalber mit einem Arzt abklären.

Anatomie des Fußes, zu sehen von vorne, von hinten und von der Seite.
Anatomisch ist der Fuß ähnlich wie die Hand aufgebaut. Der Fuß (medizinisch Pes) besteht aus 26 Knochen, 22 Muskeln und 114 Bänder. Zusammen sorgen sie für Bewegung und einen festen Halt.

Wie macht sich eine Fußfehlstellung bemerkbar und was kann man dagegen tun?

Eine Fehlstellung liegt vor, wenn der Fuß von der idealen, anatomischen Form abweicht. Das kommt tatsächlich bei jedem Dritten vor und wird zum Beispiel verursacht durch das Tragen eines falschen Schuhwerkes (zu eng, hoher Absatz), ein schwaches Bindegewebe, eine Fehlbelastung oder auch Übergewicht. In manchen Fällen kommt man bereits mit einer Fußfehlbildung zur Welt. Häufig vorkommende Fehlbildungen sind zum Beispiel Plattfüße, Hohlfüße oder Spreizfüße (manchmal auch in Kombination). Doch nicht jede verursacht automatisch Schmerzen und in der Regel lassen sie sich orthopädisch gut behandeln. Am besten man klärt eine Fehlstellung am Fuß frühzeitig mit dem Facharzt (Orthopäden) ab, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

  • Plattfuß = bei einem Plattfuß, in Fachkreisen auch als Pes planus bezeichnet, sinkt das Fußlängegewölbe so stark ab, dass die komplette Fußsohle auf dem Boden aufkommt. Plattfüße sind selten angeboren, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit. Das kann zu Schmerzen am innerem Fußrand und an der Fußsohle führen, sich mitunter aber bis in den Rücken, in das Knie- und Hüftgelenk ziehen. Mehr dazu auf dieser Seite.
  • Hohlfuß = der Hohlfuß ist das komplette Gegenteil vom Plattfuß. Er ist an der übermäßigen Wölbung des inneren Längsgewölbes erkennbar, was dazu führt, dass der Fuß den Boden nur mit dem Außenbereich, dem Vorfuß und der Ferse berührt. Die medizinisch als Pes excavatus oder Pes cavus bezeichnete Fehlstellung führt nicht selten zu einer verstärkten Beugung der einzelnen Zehen („Krallenzeh“, „Hammerzeh“) und damit zu ernsthaften biomechanischen Funktionsstörungen. Mehr dazu hier und auch hier.
  • Spreizfuß = diesen erkennt man daran, dass der Vorderfuß anatomisch breiter wird und die Zehen dadurch auseinandergehen. Der Mittel- und Vorderfuß wird dabei stärker belastet, was man an den Druckstellen, Schwielen, Schmerzen und vermehrter Hornhautbildung ausmachen kann. Nicht selten führt diese Fehlbildung zu einem Hallux valgus („Ballenzeh“). 
Was verursacht die Fußschmerzen? Eine Abklärung mit dem Facharzt ist immer sinnvoll.

Warum bekommt man einen Hallux?

Hallux ist die Kurzform für Hallux valgus und meint eine Fehlstellung der großen Zehe („Ballenzeh“), meist zurückzuführen auf eine Bindegewebsschwäche, dauerhafte Fehlbelastung, eine schwache Fußmuskulatur, falsches Schuhwerk (High Heels), rheumatische oder andere Gelenkerkrankungen. Der Hallux kommt in unserer Bevölkerung relativ häufig vor und ist oft mit dem bloßen Auge sichtbar. Betroffen sind meist beide Füße und vor allem Frauen leiden an dieser Fehlstellung. Ein unbehandelter Hallux kann über die Jahre zu einer Arthrose (Gelenkverschleiß) führen, zurückzuführen auf den ständigen Druck auf das Großzehengelenk. Wenn konservative Maßnahmen nicht helfen – dazu zählen zum Beispiel Barfußlaufen, Schuhwerk wechseln, Fußgymnastik, spezielle Schuheinlagen tragen oder eine Hallux Valgus Schiene – sollte man mit einem erfahrenen Facharzt (Orthopäde) über mögliche operative Maßnahmen sprechen.  Mehr Infos dazu gibt es auf dieser Seite.https://izo-atos.de/thermann/

Wie verändert sich der Fuß im Alter?

Zwar ist das Wachstum eines Fußes mit dem 16. Lebensalter abgeschlossen, dennoch bleiben die Füße nicht immer gleich. Nicht nur die Form, sondern auch die Größe kann sich im Laufe der Zeit verändern. Je nach Lebenssituation, dem gesundheitlichen Zustand oder auch abhängig vom Grad der Aktivität im Alltag, können Muskeln, Bänder und Sehnen ihre Kraft und Spannung verlieren und die Form des Fußgewölbes beeinflussen. Vielleicht kennen Sie das auch: plötzlich passt der Schuh nicht mehr oder Sie benötigen auf einmal eine andere Größe. Keine Sorge – dies ist ganz natürlich und gehört zum Alterungsprozess. Füße werden zwar nicht größer, aber breiter, weil das Fußgewölbe nach und nach absinkt. Um mögliche Fußprobleme im Alltag zu vermeiden, sind frühzeitige Präventionsmaßnahmen empfehlenswert. Das fängt bei der Auswahl des richtigen Schuhwerks an und schließt mit der regelmäßigen Untersuchung ab. Tauchen Hautveränderungen, Schmerzen oder Schwellungen auf, sollte man diese mit dem Orthopäden abklären.

Was passiert, wenn man häufig umknickt? “Eines Tages knirtschte der Fuß und ich sank gefühlt um ein paar Zentimeter ein”! Lesen Sie die ganze Patientenstory hier:

Wie gesund ist Barfußlaufen?

„Wir stecken viel zu viel in Schuhen“ sagt Dr. Müller. Dabei ist Barfußlaufen das Natürlichste, was wir machen können! Barfußlaufen verbessert unsere Körperhaltung, stärkt Bänder, Sehnen und die Beinmuskulatur. Dabei wird die Durchblutung gefördert und der Gleichgewichtssinn gestärkt – um nur zwei der vielen Vorteile des Laufens ohne Schuhe zu nennen. Dennoch steckt die Tücke im Detail, so der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. Müller. „Wir müssen die Fußform anschauen, denn nicht jeder Fuß ist für das Barfußlaufen geeignet.“ Eine Fußfehlstellung etwa kann problematisch werden. Fehlende Muskulatur oder ein gesenktes Fußlängengewölbe könnten das natürliche Abrollen erschweren. „Dann ist eine gute Dämpfung durch ein geeignetes Schuhwerk notwendig“. Mit einem guten Training ist man auf jeden Fall auf dem besten Weg zu einem gesunden Fuß.

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Bildnachweis: Fußuntersuchung (Cover) eigene Darstellung; Bild von jcomp auf Freepik (Fußmassage); Bild von macrovector auf Freepik (Anatomie Fuß);