Hüftprothese nach Hüftarthroskopie: Neue Publikation aus dem IZO
Beeinflusst eine frühere Hüftarthroskopie das Ergebnis einer späteren Hüftprothese? Mit dieser Frage befasst sich eine Studie, die am Internationalen Zentrum für Orthopädie (IZO) der ATOS Klinik Heidelberg entstanden ist. Sie wurde am 17. September 2026 in der Fachzeitschrift Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy (KSSTA) veröffentlicht.
Kurz zusammengefasst: Nach Einschätzung der Autoren beeinträchtigt eine vorausgegangene Hüftarthroskopie das funktionelle Ergebnis einer späteren Hüftprothese wahrscheinlich nicht.
Mehr Informationen: https://esskajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ksa.70590
Hüftarthroskopie und Hüftprothese: Worum geht es?
Bei einer Hüftarthroskopie, auch Gelenkspiegelung genannt, wird das Hüftgelenk über kleine Zugänge mit einer Kamera untersucht und behandelt. Eine solche Behandlung kann beispielsweise bei einem femoroacetabulären Impingement oder bei Schäden an der Gelenklippe zum Einsatz kommen.
Wenn eine Hüftarthroskopie die Beschwerden oder den Gelenkverschleiß im weiteren Verlauf nicht ausreichend beeinflusst, kann zu einem späteren Zeitpunkt eine Hüftprothese in Betracht kommen. Mediziner sprechen von einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP).
Die Studie in Kürze
In die Studie fließen die Daten von insgesamt 546 Patientinnen und Patienten ein, die eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) erhalten haben.
89 von ihnen haben zuvor eine Arthroskopie an derselben Hüfte erhalten; zwischen Hüftarthroskopie und Hüft-TEP liegen mindestens sechs Monate.
457 Patientinnen und Patienten erhalten eine primäre Hüft-TEP ohne vorherige Arthroskopie.
Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit beträgt rund 52,6 Monate (mehr als vier Jahre).
Untersucht werden unter anderem Hüftfunktion, Schmerzen und Lebensqualität anhand standardisierter Patientenfragebögen. Zusätzlich werden Komplikationen und notwendige Folgeoperationen erfasst.
Ergebnisse der Studie
Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung war eine vorausgegangene Hüftarthroskopie nicht mit schlechteren patientenberichteten Ergebnissen nach einer späteren Hüftprothese verbunden. Die Studie liefert damit keinen Hinweis darauf, dass eine frühere Arthroskopie das funktionelle Ergebnis einer späteren Hüft-TEP verschlechtert.
Eine statistisch signifikante Ausnahme zeigte sich beim Bereich Lebensqualität: Hier waren die postoperativen Werte in der Gruppe ohne vorherige Hüftarthroskopie höher.
In der Gruppe mit vorausgegangener Hüftarthroskopie benötigten drei Patienten (3,4 %) im weiteren Verlauf eine Revisionsoperation. Die Studie zeigte außerdem einen Zusammenhang zwischen einem höheren BMI und einem schlechteren funktionellen Ergebnis in der Gruppe mit primärer Hüftprothese.
Die Autoren weisen darauf hin, dass der zeitliche Abstand zwischen den Eingriffen im Hinblick auf Komplikations- und Revisionsraten relevant sein könnte.
Die Beteiligten
Die Arbeit wurde von Jan Krautter, Sven Feil und Prof. Dr. Fritz Thorey verfasst. Prof. Dr. Thorey ist Ärztlicher Direktor der ATOS Klinik Heidelberg und Leitender Arzt am Internationalen Zentrum für Orthopädie.
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Weitere Informationen zu Prof. Dr. med. Thorey finden Sie im Ärzteprofil.

Quelle
Krautter J, Feil S, Thorey F. Comparable functional outcomes after total hip arthroplasty in patients with and without prior ipsilateral hip arthroscopy: A comparative cohort study. Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy. Online veröffentlicht am 17. September 2026. DOI: 10.1002/ksa.70590.
Dieser Beitrag fasst die genannte wissenschaftliche Publikation allgemeinverständlich zusammen und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.




