Ein individueller Behandlungsverlauf bei Gonarthrose beider Kniegelenke
Einleitung
Gonarthrose entwickelt sich bei vielen Betroffenen schrittweise über Jahre hinweg und bleibt oft lange unbemerkt. Häufig beschreiben Patienten einen ähnlichen Verlauf: Alltagsbewegungen wie Gehen, Treppensteigen oder längeres Sitzen können zunehmend mit Beschwerden einhergehen, Gehstrecken verlängern sich nicht mehr und die Beweglichkeit wird spürbar eingeschränkt. Die Einschränkungen wachsen häufig so schleichend, dass sich kein klarer Moment benennen lässt, ab dem es „begann“.
Der folgende Fallbericht beschreibt einen individuellen Behandlungsverlauf, von den ersten Beschwerden und der fachärztlichen Abklärung bis hin zur operativen Versorgung mit Knieprothese beidseits im Rahmen einer roboterassistierten Kniechirurgie am Internationalen Zentrum für Orthopädie (IZO) an der ATOS Klinik Heidelberg.
Ausgangssituation
Ein Patient stellte sich im Internationalen Zentrum für Orthopädie (IZO) der ATOS Klinik Heidelberg vor. Seit mehreren Jahren bestanden zunehmende Beschwerden in beiden Kniegelenken. Alltägliche Belastungen wie Gehen und Treppensteigen waren mit Schmerzen verbunden, die Gehstrecke war deutlich eingeschränkt. Bisherige konservative Maßnahmen hatten nach Einschätzung des Patienten keine ausreichende Linderung mehr gebracht.
Befund und Diagnose
Die klinische Untersuchung durch Prof. Dr. Siebold ergab folgende Befunde: eine ausgeprägte O-Beinstellung (Genu varum) beidseits, einen Gelenkerguss, eine eingeschränkte Streckfähigkeit sowie Druckschmerz an der Innenseite beider Kniegelenke. Die Gehstrecke war stark limitiert, das Gangbild verändert.
Die Diagnose lautete: aktivierte Gonarthrose beider Kniegelenke. Am linken Knie hatte sich zusätzlich ein freier Gelenkkörper gebildet.
Konservative Vorbehandlung
Im Rahmen der individuellen Befundung wurde zunächst das Ausmaß der bereits erfolgten konservativen Maßnahmen erhoben. Im vorliegenden Fall hatten diese nach ärztlicher Beurteilung keine ausreichende Wirkung mehr. Prof. Dr. Siebold kam zu der Einschätzung, dass die konservativen Optionen für diesen individuellen Befund weitgehend ausgeschöpft waren.
Aufklärung und Therapieentscheidung
Im Rahmen eines ausführlichen Aufklärungsgesprächs wurden mögliche Behandlungsoptionen, Vorteile, Risiken und Alternativen besprochen. Die Implantation einer Knieprothese beidseits wurde als mögliche operative Option dargelegt. Dabei wurden verschiedene operative Behandlungsoptionen sowie die jeweils möglichen Vorgehensweisen erläutert. Hierzu gehörte auch die Möglichkeit eines robotikassistierten Verfahrens. Nach ausführlicher Aufklärung entschied sich der Patient für die operative Versorgung beidseits.
Operative Versorgung
Im Rahmen des Eingriffs erfolgte die Implantation beidseitiger Knieprothesen – zementierte, bicondyläre Oberflächenersätze mit Retropatellarersatz. Das robotikassistierte System wurde zur Unterstützung der intraoperativen Durchführung eingesetzt; der Eingriff wurde vom Operateur durchgeführt.
Der stationäre Aufenthalt an der ATOS Klinik Heidelberg betrug 3 bis 4 Nächte. Die Mobilisierung begann schrittweise in den Tagen nach dem Eingriff; der genaue Ablauf wurde individuell ärztlich festgelegt.
Weitere Informationen zu robotikassistierten Verfahren: https://izo-atos.de/mako/
Postoperativer Verlauf und Rehabilitation
Bei der Nachkontrolle rund einen Monat nach dem Eingriff erfolgte die routinemäßige klinische Verlaufskontrolle. Der weitere Behandlungs- und Rehabilitationsverlauf wurde fortlaufend ärztlich begleitet. Im Verlauf der Rehabilitation trat am rechten Knie eine Patellaspitzenfraktur (stabiler Bruch an der Kniescheibe) auf. Diese Komplikation wurde individuell überwacht; der physiotherapeutische Plan wurde im Rahmen der Nachbehandlung entsprechend angepasst.
Im weiteren Verlauf wurden, in Abhängigkeit vom individuellen Heilungsfortschritt, alltagsnahe Bewegungsformen wie Spazierengehen, Radfahren und Schwimmen schrittweise in die Rehabilitation einbezogen.
Verlaufsnotiz
Einige Wochen nach dem Eingriff befand sich der Patient weiterhin in der aktiven Rehabilitationsphase. Gehstützen waren noch in Verwendung, die Physiotherapie bildete einen wesentlichen Bestandteil der Nachbehandlung. Alltagsbewegungen wurden schrittweise wieder aufgenommen.
Der Patient beschreibt, dass er im weiteren Verlauf nach eigener Einschätzung wieder an Alltagsaktivitäten anknüpfen konnte. Nach seinen Angaben hatte sich auch das Treppensteigen im Verlauf verbessert. Der Patient berichtete zudem, dass er im weiteren Verlauf wieder Freizeitaktivitäten wie das Golf spielen ausüben konnte.
Der Patient berichtet zudem, dass er die ärztliche Empfehlung, zunächst auf schwere Belastungen zu verzichten und stattdessen regelmäßiges Gehen und Radfahren in den Alltag zu integrieren, als persönlich bedeutsam erlebt hat. Nach eigener Einschätzung hat die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen seinen individuellen Genesungsverlauf positiv beeinflusst. Darüber hinaus äußerte der Patient seine persönliche Zufriedenheit mit dem Heilungsbild der Narben an beiden Knien.
Die Ergebnisse einer Behandlung sind individuell verschieden und hängen von zahlreichen Faktoren ab. Die Rehabilitation erfordert Zeit und persönliche Mitarbeit. Der hier beschriebene Verlauf ist nicht auf andere Fälle übertragbar. Dieser Bericht ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Die Patientenangaben sind ausschließlich Ausdruck seiner individuellen Erfahrung im vorliegenden Fall und nicht auf andere Fälle übertragbar.
Infokasten
| Was ist eine aktivierte Gonarthrose? | Bei einer aktivierten Gonarthrose ist das Kniegelenk entzündlich aktiv. Typische Zeichen sind Wärme, Schwellung und Ruheschmerz zusätzlich zum Belastungsschmerz. Die Aktivierung kann episodisch auftreten. |
| Was ist ein Genu varum (O-Bein)? | Bei einem Genu varum weicht die Beinachse so ab, dass der innere Gelenkbereich stärker beansprucht werden kann. Im Rahmen einer Knieprothesen-Implantation kann die Beinachse im Rahmen der Operation berücksichtigt bzw. beeinflusst werden; das Ergebnis ist individuell. |
| Was ist ein freier Gelenkkörper? | Kleine Knorpel- oder Knochenfragmente, die sich im Gelenk gelöst haben. Sie können Schmerzen verursachen, die Beweglichkeit einschränken und gelegentlich blockierend wirken. |
| Was ist ein roboterassistiertes Verfahren? | Die präoperative Planung erfolgt auf Basis individueller Bilddaten dreidimensional am Computer. Während der Operation unterstützt ein robotisches Assistenzsystem den Chirurgen. Steuerung und Entscheidung verbleiben zu jedem Zeitpunkt beim behandelnden Chirurgen. Das Verfahren ist eine von mehreren möglichen operativen Techniken. Weitere Informationen zum Verfahren: https://izo-atos.de/mako/ |
| Was ist eine zementierte Knieprothese? | Die Prothesenkomponenten werden mit Knochenzement verankert. Die Wahl zwischen zementierten und zementfreien Systemen erfolgt individuell auf Basis von Befund, Knochenqualität und Patientensituation. |
| Wie lange dauert die Rehabilitation? | Das hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Typischerweise folgt nach dem Klinikaufenthalt eine stationäre oder ambulante Reha. Der gesamte Heilungsprozess kann sich über mehrere Monate erstrecken. Genaue Angaben sind nur im ärztlichen Gespräch möglich. |
Wenn Sie eine individuelle orthopädische Einschätzung wünschen, können Sie sich an das Team wenden: https://izo-atos.de/kontakt/
Über Prof. Dr. Siebold
Prof. Dr. Siebold ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am IZO der ATOS Klinik Heidelberg. Zu seinen Schwerpunkten zählen Knieendoprothetik, roboterassistierte Chirurgie, Knorpeltransplantation sowie Kreuzbandchirurgie. Die Behandlung erfolgt stets auf Grundlage einer individuellen Befundung.





