Meniskustransplantation mit Knochenbrücke: Prof. Dr. Rainer Siebold beim Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026

Prof. Dr. med. Rainer Siebold vom Internationalen Zentrum für Orthopädie (IZO) an der ATOS Klinik Heidelberg hält am 31. Oktober 2026 beim Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026 in Queenstown, Neuseeland, einen Vortrag zur arthroskopischen Meniskustransplantation mit Knochenbrückentechnik. Thema ist die Anwendung der Technik am Innenmeniskus im Vergleich zum Außenmeniskus. Außerdem nimmt Prof. Siebold als Diskussionsteilnehmer an einem Symposium zum Kreuzbandersatz teil.

Auf einen Blick

  • Kongress: Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026
  • Termin: 30. Oktober bis 1. November 2026
  • Ort: Millbrook Resort, Queenstown, Neuseeland
  • Vortrag: Samstag, 31. Oktober 2026, Session 8: „Sports 4: The Sports Knee Beyond ACL: Preservation, Patellofemoral and Problem Cases“ – Prof. Siebold
  • Titel: „Arthroscopic medial bone-bridge technique for medial meniscus allograft transplantation: clinical results compared to lateral meniscus allograft transplantation“
  • Symposium: Freitag, 30. Oktober: „Getting It Right First Time: Graft Choice and LET in Primary ACL Reconstruction“ – Prof. Siebold als Diskussionsteilnehmer

Vier Kniegesellschaften, ein Treffen

Beim Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026 kommen die Kniegesellschaften aus Großbritannien, Südafrika, Australien und Neuseeland zusammen, um Erfahrungen und Forschungsergebnisse aus der Kniechirurgie auszutauschen. Das Treffen steht unter dem Motto „Tradition, Precision, and Progress: The Future of Knee Surgery“. Im Mittelpunkt stehen präzise Techniken und neue Verfahren, ohne die bewährten Grundlagen des Fachs aus dem Blick zu verlieren.

Das vollständige Programm finden Sie in der Agenda zum Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026.

Warum der Meniskus so wichtig ist

Die beiden Menisken, der Innenmeniskus (medial) und der Außenmeniskus (lateral), sind halbmondförmige Faserknorpelscheiben im Kniegelenk. Sie verteilen die Last zwischen Oberschenkel und Schienbein, dämpfen Stöße und stabilisieren das Gelenk.

Ein Meniskus kann diese Aufgaben nicht mehr erfüllen, wenn ein großer Teil fehlt oder er seinen Halt verloren hat. Mögliche Ursachen sind:

  • eine frühere Teil- oder Komplettentfernung des Meniskus
  • komplexe oder verschleißbedingte Risse, die sich nicht mehr nähen lassen
  • ein Abriss der Meniskuswurzel, also der Verankerung am Schienbein
  • ein Meniskus, der seitlich aus dem Gelenkspalt verschoben ist (Extrusion)
  • erneute Risse nach einer Naht, etwa bei einem instabilen Knie nach Kreuzbandriss
  • ein angeborener Scheibenmeniskus, der im Kindes- oder Jugendalter teilweise entfernt wurde

In diesen Fällen steigt die Belastung des Gelenkknorpels. Eine Fehlstellung der Beinachse (O- oder X-Bein) oder eine Instabilität des Knies kann diesen Effekt verstärken. Mögliche Folgen können Schmerzen, Schwellungen und ein höheres Risiko für eine Arthrose ein.

In der modernen Kniechirurgie hat der Erhalt des Meniskus deshalb Vorrang: Wo möglich, wird ein Riss genäht statt entfernt. Ist kein funktionsfähiges Meniskusgewebe mehr vorhanden, kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten eine Meniskustransplantation infrage kommen. Dabei wird ein Spendermeniskus (Allograft) eingesetzt. Hierbei handelt es sich um menschliches Spendergewebe. Ob der Eingriff geeignet ist, welche Risiken bestehen und welche Alternativen infrage kommen, muss individuell abgewogen werden.

Die Knochenbrückentechnik

Bei der Knochenbrückentechnik wird ein Spendermeniskus zusammen mit einem schmalen Knochenblock übertragen, der seine vorderen und hinteren Ansatzpunkte verbindet. Der Knochenblock wird in eine vorbereitete Rinne im Schienbeinkopf eingesetzt. Dadurch soll der Meniskus möglichst anatomisch verankert werden. Der Vortrag von Prof. Siebold beim Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026 beschäftigt sich mit der arthroskopischen Anwendung dieser Technik bei der Transplantation des Innenmeniskus und dem Vergleich mit der Transplantation des Außenmeniskus. Ob eine Meniskustransplantation im Einzelfall infrage kommt, hängt von der individuellen medizinischen Situation ab.

Über Prof. Dr. med. Rainer Siebold

Prof. Dr. med. Rainer Siebold ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit den Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie. Er ist am Internationalen Zentrum für Orthopädie an der ATOS Klinik Heidelberg tätig und gehört dem Lehrkörper der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg an.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte:

  • Knieendoprothetik (Teil- und Vollprothesen)
  • Knorpeltransplantation und Arthrosebehandlung
  • Kreuzbandchirurgie
  • Meniskuserhaltende Chirurgie
  • Operative Eingriffe an der Kniescheibe (Patella)

Mehr zu Werdegang und Behandlungsspektrum: Arztprofil von Prof. Dr. Rainer Siebold.

Banner mit Prof. Dr. Siebold

Internationaler Austausch im Jahr 2026

Der Vortrag in Queenstown reiht sich in mehrere wissenschaftliche Beiträge von Prof. Siebold in diesem Jahr ein. Dazu gehörten unter anderem der Jahreskongress der Egyptian Arthroscopy Association in Kairo, das Treffen der Magellan Society in Wien, der ESSKA-Kongress in Prag, der Hellenic Congress of Arthroscopic Surgery in Patras und der APKASS-Kongress in Korea. Berichte dazu finden Sie in den Aktuelles-Beiträgen des IZO.

Kontakt

Internationales Zentrum für Orthopädie · ATOS Klinik Heidelberg · Bismarckstraße 9–15 · 69115 Heidelberg · Telefon +49 6221 983 190 · izo-atos.de

Quellen: Agenda zum Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026, Australian Knee Society

FAQ

Was ist eine Meniskustransplantation?

Bei einer Meniskustransplantation wird ein fehlender oder weitgehend entfernter Meniskus durch einen Spendermeniskus (Allograft) ersetzt. Ziel ist, die Lastverteilung im Kniegelenk teilweise wiederherzustellen.

Was bedeutet Knochenbrückentechnik?

Der Spendermeniskus wird mit einem Knochenblock übertragen, der seine vorderen und hinteren Ansätze verbindet. Der Block wird in eine Rinne im Schienbeinkopf eingesetzt und soll den Meniskus möglichst anatomisch verankern.

Was ist das Combined Orthopaedic Knee Society Meeting 2026?

Das Combined Orthopaedic Knee Society Meeting vereint die Kniegesellschaften aus Großbritannien, Südafrika, Australien und Neuseeland. Es findet vom 30. Oktober bis 1. November 2026 im Millbrook Resort in Queenstown, Neuseeland, statt.

Dieser Beitrag informiert über einen wissenschaftlichen Kongressbeitrag und aktuelle Forschung. Er stellt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar.