Patientenstory: Verlauf nach Hüftendoprothese bei Coxarthrose

Einstieg

Der Patient ist seit vielen Jahren aktiver Tennisspieler. Rückblickend zeigten sich erste Anzeichen in einer leichten Einschränkung der Beweglichkeit – etwa beim Schuhe anziehen , die jedoch zunächst kaum als beschwerlich wahrgenommen wurde. Den eigentlichen Anstoß zur ärztlichen Abklärung gaben akut auftretende Schmerzen während eines Tennisturniers, die eine weitere Belastung nicht mehr zuließen.

Diagnose: Coxarthrose

Nach einer ersten Abwartephase stellte sich der Patient im September 2023 im Internationalen Zentrum für Orthopädie (IZO) an der ATOS Klinik Heidelberg vor. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Beschwerden bereits zugenommen, auch nächtliche Schmerzen waren hinzugekommen. Die klinische Untersuchung und bildgebende Diagnostik ergaben eine Coxarthrose links mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit.

Konservative Behandlung

In einem ersten Schritt wurden konservative Maßnahmen eingeleitet: Physiotherapie sowie eine Anpassung der körperlichen Belastung. Bis Januar 2024 bestanden trotz dieser Maßnahmen anhaltende Beschwerden und eine deutliche Einschränkung der sportlichen Aktivität.

Operative Versorgung

Auf Grundlage der klinischen und radiologischen Befunde sowie des individuellen Leidensdrucks wurde in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch mit Prof. Dr. Thorey die Indikation zur operativen Versorgung gestellt. Mögliche Vorteile, Risiken und alternative Behandlungsoptionen wurden besprochen. Die Entscheidung zur Operation wird individuell auf Basis der klinischen Befunde und des persönlichen Beschwerdebilds getroffen und ist nicht auf andere Verläufe übertragbar.

Im Juni 2024 erfolgte die Implantation einer zementfreien Hüft-Totalendoprothese links. Prof. Dr. Thorey und sein Team wählten einen sogenannten muskelschonenden operativen Zugang, der – sofern anatomisch möglich – individuell an die Situation des Patienten angepasst wurde. Die physiotherapeutisch begleitete Mobilisation begann bereits in den ersten Tagen nach dem Eingriff.

Postoperativer Verlauf

Bei der Kontrolluntersuchung im September 2024 zeigte sich ein regelrechter postoperativer Verlauf. Das Hüftgelenk war reizlos, die Beweglichkeit frei und weitgehend schmerzfrei. Leichte muskuläre Einschränkungen bestanden noch fort. Im Rahmen der Rehabilitation führte der Patient Aqua-Gymnastik durch. Ergänzend setzte er seine langjährige Praxis in Yoga und Stretching fort – für ihn persönlich die Erkenntnis, dass regelmäßige Mobilisierung hilft, die Beweglichkeit zu erhalten.

Persönliche Erfahrung

„Der Moment im Januar 2026, die Badischen Seniorenmeisterschaften (Altersklasse 70) noch einmal zu gewinnen, war für mich etwas, das ich mir nicht zu erträumen gewagt hätte. Dass ich heute wieder Tennis spielen kann, bedeutet mir persönlich sehr viel.“

Der Patient konnte im Verlauf der Rehabilitation seine sportliche Aktivität schrittweise wieder aufnehmen und nimmt heute wieder regelmäßig am Tennissport teil.

Die Ergebnisse einer Behandlung sind individuell verschieden und hängen von zahlreichen Faktoren ab. Der hier beschriebene Verlauf ist nicht auf andere Fälle übertragbar.

Prof. Dr. Thorey

Prof. Dr. Thorey ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Ärztlicher Direktor der ATOS Klinik Heidelberg. Er ist am Internationalen Zentrum für Orthopädie (IZO) tätig. Seine klinischen Schwerpunkte umfassen Hüft- und Knieendoprothetik, Hüftarthroskopie sowie minimal-invasive Operationsverfahren.

In seinem Ärzteprofil mehr über ihn erfahren!

Banner mit Prof. Dr. Thorey abgebildet

Infokasten 

Was ist Coxarthrose?

Die Coxarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, bei der der Gelenkknorpel schrittweise abgebaut wird. Typische Symptome sind Schmerzen in der Leiste oder im Gesäß, zunehmende Bewegungseinschränkungen und eine reduzierte Belastbarkeit. Die Erkrankung verläuft häufig schleichend und individuell verschieden.

Wann wird eine Hüftendoprothese erwägt?

Eine Hüft-Totalendoprothese wird in der Regel dann in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen bei fortgeschrittener Coxarthrose nicht mehr ausreichend wirksam sind. Die Entscheidung wird individuell auf Basis klinischer und bildgebender Befunde sowie im Austausch mit den Betroffenen getroffen.

Was bedeutet minimalinvasiv?

Bei minimalinvasiven Zugängen wird versucht, Muskeln und Weichteile möglichst zu schonen. Ob dieses Verfahren angewendet werden kann, hängt von der individuellen anatomischen Situation ab und ist nicht in jedem Fall möglich.

Nachbehandlung

Die Rehabilitation nach einer Hüft-Totalendoprothese umfasst in der Regel:

  • Frühzeitige Mobilisation nach dem Eingriff
  • Physiotherapeutisch angeleitete Übungen zur Kräftigung und Koordination
  • Schrittweise Belastungssteigerung nach individuellem Plan

Der Verlauf ist individuell unterschiedlich.

Sport nach Hüftprothese

Viele Patientinnen und Patienten können nach abgeschlossener Rehabilitation wieder sportlichen Aktivitäten nachgehen. Welche Sportarten im Einzelfall geeignet sind, wird individuell im Rahmen der Verlaufskontrolle ärztlich beurteilt und individuell besprochen.